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Feinabstimmung mit Adimpo läuft

Die ersten Integrationsschritte nach der Übernahme von Spicers durch Unipapel sind angelaufen. Wir sprachen mit Spicers-Deutschland-Chef Thomas Apelrath über Synergieeffekte, Wachstumsperspektiven und die Marke „5Star“.

Die Abstimmungsprozesse mit Adimpo auch in punkto Logistik sind angelaufen: Spicers- Deutschland-Zentrale in Sehnde-Höver bei Hannover
Die Abstimmungsprozesse mit Adimpo auch in punkto Logistik sind angelaufen: Spicers- Deutschland-Zentrale in Sehnde-Höver bei Hannover

Herr Apelrath, für die neue Unipapel-Gruppe wurden die ersten personellen und organisatorischen Entscheidungen getroffen. Wo sehen Sie die wesentlichen Synergieeffekte, von denen die Handelskunden in Deutschland mittelfristig profitieren können?

Aktuell analysieren wir die Potenziale, die sich durch die neue Konstellation ergeben. Dabei haben wir insbesondere die Erweiterung unseres Sortiments und die Erhöhung der Qualität der bereitgestellten Produktdaten für Drucker-Supplies im Auge. Ein hervorragender E-Content ist bekanntlich ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Vermarktung via Internet und ein Arbeitsgebiet, in dem wir uns stetig verbessern möchten. Im Hinblick auf „5Star“ eruieren wir, welche Produkte zukünftig sinnvoll durch Unipapel produziert werden können und welche Sortimente Unipapel heute bereits erfolgreich in anderen Märkten vermarktet, jedoch noch nicht in Deutschland. Eine Koordinierung der Logistikfunktion bietet sich ebenfalls an, da sowohl Adimpo als auch Spicers hier zurzeit Kapazitäten vorhalten, die wir aufeinander abstimmen können.

Die Loslösung von der bisherigen Spicers-Zentrale in England und die Integration in die neue Unipapel-Gruppe sind kein einfaches Unterfangen. Was sind aktuell die größten Herausforderungen, die gelöst werden müssen?

Thomas Apelrath: „In den traditionellen Produktsegmenten ist Wachstum nur durch Verdrängung zu realisieren.“
Thomas Apelrath: „In den traditionellen Produktsegmenten ist Wachstum nur durch Verdrängung zu realisieren.“

Zunächst einmal muss man sich aneinander gewöhnen. Das Reporting und der Managementstil unterscheiden sich naturgemäß zwischen einem spanischen und einem englischen Unternehmen – auch wenn beide börsennotiert sind. Trotzdem war ich überrascht, mit welcher Freude und welchem Respekt vor unseren Leistungen wir von unserer neuen Muttergesellschaft aufgenommen worden sind. Unsere neuen Kollegen bei Unipapel sind sehr offen auf uns zugegangen. Sie wollen verstehen, wie wir bisher unser Geschäft hier in Deutschland betrieben haben.

Ein zentraler Punkt ist eine neue IT-Struktur. Was sind die nächsten Schritte?

Die Unipapel-Gruppe wird eine einheitliche ERP-Struktur bekommen. Die Arbeitsgruppen, die die Anforderungsprofile erarbeiten, haben angefangen zu arbeiten. Spicers Deutschland hat ihrerseits mit der erfolgreichen Einführung eines neuen Warehouse-Management-System (WWS) eine wichtige Voraussetzung für ein neues ERP-System geschaffen. Nach derzeitigem Planungsstand ist die Einführung in 2014 vorgesehen.

In der Praxis geht es für ihre Kunden im ersten Step ganz konkret um Faktoren wie Lieferzuverlässigkeit und Datenqualität. Wie ist Spicers in diesen Punkten aufgestellt?

Es hat während der Übergangsphase keine wesentlichen Einschränkungen bei den Service-Levels gegeben. Allerdings mussten wir den einen oder anderen Kreditversicherer zunächst von der Bonität der neu geschaffenen GmbH bzw. deren Muttergesellschaft überzeugen. Heute hat sich alles auf dem gewohnt hohen Niveau wieder eingependelt.

Spicers Deutschland konnte zuletzt keine weiteren nennenswerten Marktanteile gewinnen. Wie beurteilen Sie die Wachstumsmöglichkeiten hierzulande?

In den traditionellen Produktsegmenten ist Wachstum nur durch Verdrängung zu realisieren. Der Gewinn des einen ist der Verlust des anderen. Für die Branche als Ganzes also ein Nullsummen-Spiel. Wir sehen die Wachstumsmöglichkeiten daher in anderen Produktfeldern. Als Beispiele sind zu nennen IT-Hardware und Supplies.

In welchen Bereichen sehen Sie Synergieeffekte mit Adimpo?

Adimpo und Spicers sprechen bereits heute komplementäre Kundensegmente an. Es gibt hier also eine gute und sinnvolle Aufgabenteilung im Hinblick auf die Marktbearbeitung. Profitieren kann Spicers insbesondere von den guten Beziehungen, die Adimpo zu den großen OEM-Playern auf dem Supplies-Markt hat. So versprechen wir uns einen besseren Zugang zu den Marketing-Programmen, die den Fachhandel unterstützen. Außerdem können wir einfacheren Zugang zu neuen Sortimenten wie zum Beispiel IT-Hardware erhalten. Auch im Bereich Logistik sollten wir in der Lage sein, gute Effekte durch die Zusammenlegung von Aktivitäten zu erzielen.

Abschließend noch eine Frage zu „5Star“. Was wird mittelfristig aus der Eigenmarke?

Die Nutzung der Marke „5Star“ ist zeitlich nicht limitiert. Und „5Star“ ist eine sehr gut eingeführte Marke. Es spricht also aus heutiger Sicht alles dafür, dass „5Star“ auch zukünftig eine wichtige Rolle in unserer Sortimentspolitik spielen wird.

www.spicers.de

Unipapel: Zuwachs dank Spicers

Die Unipapel-Gruppe hat im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2012 bei einem Umsatz in Höhe von 313 Millionen Euro den Nettogewinn auf 6,9 Millionen Euro (und damit um knapp 131 Prozent) steigern können. Die hohe Steigerungsrate ist vor allem auf die Integration von Spicers in den Konzern zurückzuführen. Zur Unipapel-Gruppe gehören neben Unipapel der IT-Distributor Adimpo und der Großhändler Spicers. Während Spicers zu den Wachstumstreibern im Konzern gehört – hier konnten insbesondere die Ländergesellschaften aus Deutschland und Belgien die Verluste in Spanien ausgleichen – mussten bei Adimpo und Unipapel im ersten Quartal deutliche Umsatzrückgänge registriert werden. Hauptgrund dafür ist nach Konzernangaben vor allem die schwache Nachfrage in Folge der Wirtschaftskrise im Heimatmarkt Spanien.

www.unipapel.com

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