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Zukunft für PBS in den Innenstädten?

Wo kauft der Kunde welche PBS-Sortimente, von Standard bis Premium, wenn er in der City zum Shoppen ist? Karstadt? DM? Thalia? Beim Papeterie-Filialisten? Oder doch bei Papier Fischer, Schacht & Westerich oder Hauffler am Markt? Diskutieren Sie mit!

Gerhard K. Kemper, geschäftsführender Gesellschafter der Kemper’s Deutschland GmbH, erkennt einen klaren Trend zum Upgrading in den Toplagen der Cities.
Gerhard K. Kemper, geschäftsführender Gesellschafter der Kemper’s Deutschland GmbH, erkennt einen klaren Trend zum Upgrading in den Toplagen der Cities.

Gerhard K. Kemper, geschäftsführender Gesellschafter der Kemper’s Deutschland GmbH, erkennt einen klaren Trend zum Upgrading in den Toplagen der Cities. Der Wettbewerb um Einzelhandelsflächen in 1a-Lage gewinnt im ersten Halbjahr 2007 an Schärfe. Auf der Grundlage eigener Recherchen und der Vermietungsmeldungen der Immobilien- Fachtitel hat das auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Beratungsunternehmen Kemper’s den Markt für Einzelhandelsvermietungen in 1a-Lagen untersucht.

Der repräsentativen Studie für das erste Halbjahr 2007 liegt eine Stichprobe von 220 Vermietungen mit einer vermittelten Fläche von insgesamt 75 000 m² zugrunde. Der Wettbewerb um erstklassige Flächen hat erkennbar zugenommen und gewinnt an Schärfe. Bei den Flächengrößen dominieren Ladenlokale mit 100 bis 250 m². Gleichzeitig nimmt die Nachfrage nach größeren Flächen nennenswert zu. Im Textilhandel, dem wichtigsten Nachfragesegment für 1a- Lagen, zeigt sich besonders das Premiumsegment expansiv. Als klaren Trend sieht Kemper’s das Trading-Up in den Sortimenten und im Ladenbau. Expansive Anbieter suchen kontinuierlich nach Möglichkeiten für neue Shops oder Standortverbesserungen. Gerhard K. Kemper, geschäftsführender Gesellschafter der Kemper’s Deutschland GmbH: „Die Konkurrenz auf dem Markt für erstklassige Flächen in 1a- Lagen ist hoch und der Wettbewerb bissiger als in den letzten Jahren. Der Standortwettbewerb wird zusätzlich durch internationale Konzepte geschürt, die neu oder wieder auf den deutschen Markt kommen. Zum Teil werden die Mieten an Top-Standorten regelrecht gepusht.Wir sehen einen klaren Trend zum Trading-Up, von dem profilierte Anbieter mit hoher Markenausstrahlung in besonderem Maße profitieren. Mit Blick auf den Gesamtmarkt erwarten wir 2007 beim Flächenumsatz ein leichtes Plus von 10 bis 15 Prozent.”

Die Kölner Schildergasse (1);
 die Münchner Kaufingerstraße (2) und die Frankfurter Zeil (3) locken laut Kemper´s Städteranking, Stichtag 12. Mai 2007, die meisten City-Besucher.
Die Kölner Schildergasse (1); die Münchner Kaufingerstraße (2) und die Frankfurter Zeil (3) locken laut Kemper´s Städteranking, Stichtag 12. Mai 2007, die meisten City-Besucher.

Die Kölner Schildergasse (1);

die Münchner Kaufingerstraße (2) und die Frankfurter Zeil (3) locken laut Kemper´s Städteranking, Stichtag 12. Mai 2007, die meisten City-Besucher. Marken sind wieder gefragt. Die Kunden achten auf Qualität, und hohe Genres zeigen sich derzeit erfolgreicher als niedrige. Es wird zwar weiter auf den Preis geachtet, das „Geiz ist geil“-Phänomen tritt aber in den Hintergrund. Besonders im Textilsegment ist der Trend zum Trading-Up offensichtlich und spiegelt sich auch im Ladenbau wider. Mainstream-Angebote verlieren dagegen an Zuspruch. Der Trend zur Filialisierung der wichtigen deutschen Einkaufsstraßen geht weiter. Große und vertikale Filialisten mit einer hohen Anzahl an Standorten entwickeln sich tendenziell besser als kleinere Filialunternehmen oder Einzelhäuser. Dies spiegelt sich unmittelbar in der Mietnachfrage wider. In fast allen wesentlichen Top-Einkaufsstraßen liegt der Anteil bundesweit tätiger Filialisten mittlerweile deutlich über 80 Prozent. Eine Angebotsvereinheitlichung muss dies nicht bedeuten – gerade in den letzten ein bis zwei Jahren sind sehr viele neue Konzepte auf den Markt gekommen, und internationale Anbieter haben erste Shops eröffnet oder sind auf den deutschen Markt zurückgekehrt.

www.kempers.net  

... bei Thomas Rasehorn, seit Anfang 2004 Geschäftsführer von „Schacht & Westerich”, dem PBS-„Platzhirschen” in der Hansestadt Hamburg:

Nachgefragt...

Schreibgeräteabteilung in der Schacht & Westerich-Filiale im Hanseviertel
Schreibgeräteabteilung in der Schacht & Westerich-Filiale im Hanseviertel

Schreibgeräteabteilung in der Schacht & Westerich-Filiale im Hanseviertel Herr Rasehorn, viele PBS-Fachgeschäfte haben die 1a- Innenstadtlagen verlassen, u.a. weil die Mietpreise zu hoch sind.Wie schätzen Sie die allgemeine Situation ein? Das ist sicher ein Trend in den Metropolen, der zu beobachten ist. Auch ist in den nächsten Jahren von Mietsteigerungen in 1a- und 1b-Lagen auszugehen. Letztendlich stellt sich für den PBS-Fachhandel die Frage, ob er mit seinem Sortiment attraktiv genug ist und die richtigen Kunden anzieht, um in diesen Lagen wirtschaftlich zu arbeiten.

Schacht & Westerich ist nicht nur bekannt für seine Geschäfte an Top-Standorten in Hamburg, im vergangenen Jahr haben Sie auch das Traditionshaus Dörrbecker in der Bremer City übernommen.Warum können sich Ihre Läden in den guten Lagen behaupten? Wir achten auf die Lage, die Kaufkraft der jeweiligen Stadt und auf die Positionierung des Unternehmens. Wenn diese drei wesentlichen Faktoren stimmen, ist die Aussicht auf Erfolg für uns gut.

Kurz gesagt, worin liegt Ihr Erfolgskonzept? Es sind mehrere Punkte, die entscheidend sind.Wie schon beschrieben, ist die Lage des Geschäftes ein sehr wichtiger Erfolgsbaustein, die Sortimentgestaltung und die Qualität der Mitarbeiter. Ferner hat Schacht & Westerich auch den großen Vorteil, dass der Name nicht nur in Hamburg bekannt ist, ähnlich wie bei Dörrbecker in Bremen.

www.schacht-westerich.de  

FORUM: „Überall die gleiche Soße” lautet der Titel des Aufregers der Woche im Börsenblatt Heft 31/2007. Dieser Eindruck bleibt doch hängen, denn die Innenstädte verlieren zunehmend ihren eigenen Charakter, alteingesessene Geschäfte weichen – darunter auch immer wieder PBS-Ladenlokale.

Diskutieren Sie mit und schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen. E-Mails an elke.sondermann@pbs-business.de  

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